COGAIN Conference 2007 in Leicester & Preisverleihung
Sep 9th, 2007 by rb
War, zusammenfassend, recht gut. Wobei die Konferenz und die damit verbundenen Aktivitäten “Sehr Gut” waren, die Stadt, das Hotel, sowie An- und Abreise sich eher im unteren Unterfeld befanden. Hier eine kurze Zusammenfassung:
- Mein erster englischer “Kontakt” waren zwei Hooli Fußballfreunde, die mich mit den Worten “He pissed on the floor. He pissed on the whole floor. Look at that.” auf der Toilette am Transitbahnhof Birmingham Intl., tropfendes Klopapier wedelnd, begrüßt hatten.
- Leicester (und insbesondere Birmingham) sind die wohl hässlichsten Städte die ich seit langem gesehen hab.
- Der Preis für das “Goldene Arschloch” geht an die Bahnbedienstete im Birmingham Hauptbahnhof, für ihre Auskunftsbereitschaft, Freundlichkeit und Genauigkeit beim Antworten.
- Als Begrüßung in Leicester wurde, auf dem Weg zum Hotel, mit Eiern nach mir geworfen
- Die Konferenz an sich war cool, auch wenn ein paar Vorträge leichte Mängel hatten: Ein Vortrag, dessen Kern die Anwendung die Formel zur Messung der Benutzerfreundlichkeit einer Eingabemethode, angewendet auf Eyetracker war, wurde von einem Zuhörer mit den Worten “Actually, I don’t think it makes sense to apply this formula in the given context” quittiert. Ein Teil der Anwesenden nickte, der Vortragende ging schweigend von der Bühne. Ein anderer Vortrag, eine Live Demo, hätte vermutlich ebenso gut im RTL2 Homeshopping-Kanal präsentiert werden können. Zwar wurde gezeigt was das Ding kann, und dazu auch feinsäuberlich alle Zutaten aufgezählt, allerdings wurde in keinem Wort darauf eingegangen WIE denn nun dieser Tracker wirklich funktioniert. Am Ende wurde letztlich darauf verwiesen, dass man gerne an Partnern zur Vermarktung interessiert sei. Der Rest der Vorträge schien aber (abgesehen von den üblichen sprachlichen Problemen) recht sinnvoll gewesen zu sein.
- Der zweite Nachmittag war ganz der Exhibition gewidmet. Davor kam noch kurz ein Fotograf einer Presseagentur(?), und ich durfte in verschiedenen Posen neben einem Eyetracker, und draußen mit einem Notebook, modeln. Die Preisverleihung an sich ging recht kurz und schmerzlos über die (nicht vorhandene) Bühne: 22 Leute hatten am Wettbewerb teilgenommen, von den eingereichten Programmen genügten elf den Mindestanforderungen. Preise zwei bis vier waren ein Abenteuer und ein Malprogramm, beide jeweils Dwelltime basiert, sowie ein direkt mit den Augen lenkbarer Weltraum-Shooter. Als die eigentliche Demo dann hätte losgehen sollen, kam für uns erstmal der Schock, da auf einmal nichts mehr an unserem System ging. Glücklicherweise waren vier oder fünf Tobii-Mitarbeiter vor Ort, von denen sich einer gleich der Sache annahm (herzlichen Dank an dieser Stelle an Aron Yu), so dass mit rund einer Stunde Verzögerung doch noch präsentiert werden konnte.
- Der generelle Eindruck der Leute an meinem Stand erschien mir positiv, auch wenn es ein paar gegeben hat, die, obwohl sie definitiv haben gar nichts erleben können (weil sie mit ca. zwei Sekunden pro Seite viel zu schnell durch die Geschichte gescrollt haben), sich dann ein täuschend echtes “Woah, very nice” hatten abringen können. Danke, aber auf sowas kann ich verzichten. Auf der anderen Seite durfte ich sage-und-schreibe neun Visitenkarten, sowie mehrere USB-Sticks und CD-Rohlinge, von Leuten entgegennehmen, die ernsthaft interessiert waren, und weitere Details wissen wollten oder das Programm gerne mal bei “sich zu Hause” ausprobieren würden.
- Als ob Sven es geahnt hätte, gab es in der Tat eine “nette Dame”, die mich praktisch unmittelbar vor der Preisverleihung angesprochen hatte, und in etwa meinte “Ach, wie interessant. Ja, wir hatten so was vor ein paar Jahren auch schonmal gemacht”. Auslöschenstraaaahl *fitz*. (Später im Gespräch stellte sich allerdings heraus, dass es doch etwas Anderes war)
- Preise für die hübschesten Teilnehmerinnen: Gold geht an Italien, Silber an Schweden. Außer Konkurrenz nahmen noch die die beiden Tür-Aufmach-Mädels von der DMU teil
- Social Event Mittwoch waren ein Ausflug zum Warwick Castle (siehe Bilder), sowie ein Wasser-im-Mund-zusammenlaufenlassendes-Essen beim Inder danach. Und ich hätte jede Wette eingehen können, dass die Bedienung da auf Drogen war: Hat man bei ihr was bestellt hat sie es im Allgemeinen auf der anderen Seite vom Tisch abgestellt. Praktisch jedes Mal wenn sie irgendwas ausgeteilt hat, das hätte tropfen oder schlabbern können, hat es getropft oder geschlabbert. Tabletts wurden von ihr grundsätzlich im gesunden 10-Grad-Winkel nach unten gehalten — meine Jacke riecht immer noch nach der Käse-Lake, und manche Bestellung hat sie einfach vergessen.
- Auf dem Rückflug hatte ich, wegen einem Rucksack-Tausch, vergessen mein Leatherman Micra vor der Sicherheitskontrolle rauszunehmen und in’s Gepäck zu stecken. Beim Blick auf den Röntgen-Schirm ist es mir zwar sofort aufgefallen, dem Sicherheitspersonal allerdings auch. Im Grunde hätte ich ja erwartet, dass sich gleich drei Mann samt Bluthunden auf mich werfen, um mich auf einer karibischen Insel zu Geständnissen zu bewegen, aber nichts der Gleichen ist passiert. Der Typ ist ganz cool geblieben und meinte nur, ich müsse das jetzt raus tun, aber wenn ich es behalten wolle, könne ich da hinten einen Briefumschlag kaufen gehen und den an mich selbst adressieren. Er würde das dann später in den Briefkasten schmeißen. Ich war begeistert.
- In Frankfurt schließlich abgeholt wurde ich von einem 66 jährigen Rentner (welcher im Auftrag des Taxi-Dienstes fuhr), der mir nicht die Hand gibt und auch keine Anstalten macht mir den Koffer abzunehmen, sondern mit kleinen Schritten kurzatmig (die Atemgeräusche waren übrigens recht interessant: Einatmen wurde meist von einem Keuchen begleitet, das Ausatmen von so einem schleimigen Rasseln) aus Flughafenhalle rausschlappst. Auf dem Weg zum diesem “Taxi” (älterer, anonymer, blauer Transporter, den ich vermutlich nehmen würde, wenn ich jemand entführen wollte) hat er beim Straßen überqueren todesverachtend weder nach links noch rechts geschaut; ich durfte mit Koffer und Rucksack hinterherhechten und jedesmal hoffen, dass die Autos auch wirklich langsamer machen. Dann sind wir zu SWR4-Schlagermusik, größtenteils schweigend, nach Hause gefahren.



















Aber schön, dass du wieder wohlbehalten angekommen bist…
Nur, wieso schreibst du sowas “Preise für die hübschesten Teilnehmerinnen: Gold geht an Italien, Silber an Schweden. Außer Konkurrenz nahmen noch die die beiden Tür-Aufmach-Mädels von der DMU teil”, ohne Fotos dazu zu stellen??????????????
Uhm, ich könnte mal versuchen ob ich aus dem Kopf noch eine Zeichnung hinbekomme … Ungefähr … so
Ganz fein, was Du für Sachen machst.
Man macht halt so seine Erfahrungen.
Die Community dort stelle ich mir nach deinem Bericht recht abenteuerlich vor
Ich drück Dir weiterhin die Daumen !
Das WIE würde mich übrigens auch brennend interessieren.