“Je vollkommener, desto mehr Schmerzen” (Michelangelo)
Dec 30th, 2006 by rb
Lustig zu sehen wie die guten Sachen manchmal so nahe liegen, und man lange dran vorbeilaufen kann, ohne dass sie einem wirklich auffallen. Folgenden Link hab ich auf der Seite von Sven gefunden :
Das Thema ist in meinem Arbeitsalltag irgendwie ein Dauerbrenner : Anstatt wirklich das zu tun was ich eigentlich tun will, halte ich mich viel zu viel mit Nebensächlichkeiten (lies: technikverliebtem Schrott) auf.
Nur aus Projektsicht sollte es idealerweise so aussehen : Konkretes Problem identifizieren, analysieren und es dann aus der Welt schaffen.
Traurigerweise sieht es in meinem Arbeitsalltag viel zu oft so aus : Anstatt das konkrete Problem möglichst schnell aus der Welt zu schaffen, fange ich an mir über viel allgemeinere Lösungen Gedanken zu machen.
Besessen von der Idee jetzt ein für alle Mal die Über-Klasse im Mega-Framework meiner ewig-gültigen Code-Sammlung zu schreiben kreisen meine Gedanken plötzlich um eine Library, mit der ich dann eine ganze Klasse von ähnlichen Problemen viel eleganter in den Griff bekommen könnte.
Auch wenn (objektiv betrachtet) vielleicht das ein oder andere Mal wirklich was dabei herausgekommen ist das ich drei Tage später auch noch anfassen wollte, sieht die bittere Realität eher so aus :
Nach mehreren Stunden (oh wie schön wenn es immer nur Stunden gewesen wären) Arbeit, die mich meinem eigentlichen Problem keinen einzigen Schritt näher gebracht haben, bleibt nicht mehr als eine Sammlung von Code, die viel zu kompliziert ist um sie nochmal einsetzen zu wollen und viel zu unflexibel um sie nochmals einsetzten zu können.
Ich will ja gar nicht sagen dass es im Allgemeinen verkehrt ist, sich sich über das Allgemeine Gedanken zu machen, aber Softwareentwickler, nein, zumindest ich, scheinen Probleme damit zu haben die Grenzen der sinnvollen Verallgemeinerung zu finden.